Wenn Hunde mit zur Arbeit dürfen – «Hunde an die Arbeit»

Hunde am Arbeitsplatz sind ein umstrittenes Thema. Während Befürworter ihre beruhigende Wirkung hervorheben, halten Gegner es schlicht für eine blöde Idee. Dabei sind Hunde am Arbeitsplatz gar nicht so selten, wie man vielleicht denkt. Ob Grossraumbüro oder Chefetage, Hunde sind oft beliebte «Mitarbeiter», die auch einmal über einen Zwist hinweghelfen.

Text: Anna Hitz

Hunde in der Firma

Vielleicht schreibt Google, die als sehr mitarbeiterfreundliche Firma gilt, deshalb in seinem Verhaltenscodex: «Googles Zuneigung für unsere kaniden Freunde ist ein integraler Bestandteil unseres Verhaltenscodex. Wir mögen Katzen, aber wir sind eine Hundefirma.» Wobei Google es seinen Mitarbeitern erlaubt, Hunde mitzubringen, aber auch verlangt, dass die Hundehalter für Sauberkeit sorgen und Rücksicht auf ihre allergischen Kollegen nehmen. Nicht nur bei Google, sondern auch bei Ben & Jerry’s (Glacé-Hersteller), Autodesk (Softwaredesign-Unternehmen), Klutz (Hersteller von Kindermalbüchern und -schmuck) oder Amazon sind Hunde gern gesehen.

Auch im Weissen Haus sind Hunde beliebt und im US-Kongress ausdrücklich erlaubt. Zudem soll der frühere US-Präsident Harry Truman gesagt haben: «Falls Sie in Washington einen Freund wollen, besorgen Sie sich einen Hund.» In Deutschland gibt es die Stellenvermittlung «jobs-mit-hund.com», wo Arbeitgeber gezielt Tierfreunde ansprechen können. Auch Schweizer Unternehmen kennen und schätzen Hunde im Geschäftsleben. So sind im Büro von Fashion Friends (Modeversandhandel) Hunde bei vielen wichtigen Entscheidungen mit dabei, wie der CEO Jörg Hensen erzählt. Die Seite «stellen-bern.ch» wirbt für die Mitnahme von Hunden; sie schreiben auf ihrer Homepage: «Immer mehr, vor allem kleinere Unternehmen erlauben die Mitnahme von Haustieren ins Büro. Sie haben festgestellt, dass Hunde meistens keine Störung darstellen, sondern zu einem besseren Arbeitsklima beitragen.» Hunde führen zu weniger Stress, einer besseren Stimmung, und die meisten Kunden reagieren positiv. Das bestätigt auch Nicole Dammann. Die kaufmännische Angestellte nimmt schon seit über 20 Jahren und bei drei verschiedenen Arbeitgebern ihre Hunde zur Arbeit mit. Heute ist die 100% Berufstätige immer mit ihren beiden Tervueren (Belgische Schäferhunde) am Arbeitsplatz anzutreffen.

«Der Kontakt ist eher positiv, es gibt Besucher und Mitarbeiter, die meine Hunde extra begrüssen möchten. Es gibt aber auch Mitarbeiter, die keine Hunde mögen, die verhalten sich jedoch neutral da meine Hunde erzogen sind und nicht zu jedem hingehen.» Für Ariane und Markus Schamberger, die Mitinhaber der Weinhandlung am Küferweg, ist hingegen klar: «Unsere Mitarbeiter wissen, dass Inaya, eine Weisse Schweizer Schäferhündin, immer mit dabei ist. Nicht alle nehmen Kontakt mit ihr auf, aber jeder weiss, dass sie dazugehört. In den Laden darf sie aber nur, wenn die Kunden ausdrücklich nichts dagegen haben. Sie ist einfach viel zu neugierig für Leute, die Hunde nicht mögen.»

Was Studien sagen

Eine Forschergruppe an der Buffalo University New York fand 2001 heraus, dass die Anwesenheit von Haustieren in Stresssituationen den Blutdruck senken kann. Daraufhin verordneten die Wissenschaftler Börsenmaklern einen Hund oder eine Katze. Während stressiger Situationen stieg der Blutdruck der Geschäftsleute mit Haustieren nicht einmal halb so stark an wie der Blutdruck der Makler in der Kontrollgruppe. Vor allem diejenigen, die ansonsten wenig soziale Kontakte pflegten, profitierten von der Interaktion mit den Tieren.

Lesen Sie den ganzen Artikel von Anna Hitz im Schweizer Hunde Magazin 2/2015.

geschrieben von:
Anna Hitz

Anna Hitz

Anna Hitz (Jg. 1983) und ihre Familie leben mit einem Irish Terrier, einem Italienischen Windspiel und einem Spanischen Windhund unter einem Dach. Das Leben im Hier und Jetzt, die Freude und Ruhe bewundert und geniesst sie an ihren Hunden. Ausserdem liebt sie es neue Menschen und Tiere kennenzulernen und von ihnen Neues zu erfahren. Das hat bisher zu zahlreichen Artikeln und Kolumnen über Hunde und Katzen geführt, wie zu einem Roman und einigen Kurzgeschichten über Menschen.

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