Update zum MDR1-Defekt

Das SHM berichtete bereits in den Ausgaben 1/05 und 4/07 über den MDR1-Defekt. Beide Beiträge sind auf der SHM-Website abrufbar. Seit dem letzten Beitrag sind also fast neun Jahre vergangen. Welche Erkenntnisse kamen in dieser Zeit hinzu?

Betroffene Rassen

Der MDR1-Defekt konnte von der Forschungsgruppe um Prof. Dr. Joachim Geyer vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Justus-Liebig-Universität Giessen bis heute bei folgenden Rassen nachgewiesen werden: Kurzhaar-Collie, Langhaar-Collie, Longhaired Whippet, Australian Shepherd (auch Miniature), Shetland Sheepdog (Sheltie), Silken Windhound, McNab, Wäller, Weisser Schäferhund, Old English Sheepdog (Bobtail), English Shepherd, Deutscher Schäferhund, Border Collie, Hütehund-Mischlingen sowie unspezifischen Mischlingen. (Quelle: http://www.transmit.de/mdr1-defekt/rassen.html).

Interessant ist, dass beim zu den Britischen Hütehunden gehörenden Bearded Collie bislang kein defektes MDR1-Gen nachgewiesen werden konnte. Untersucht wurden circa 500 Hunde dieser Rasse. Auffällig ist, dass auch der Deutsche Schäferhund und Mischlinge betroffen sind (betroffene Deutsche Schäferhunde wurden bei Tests in den USA identifiziert). Bei Mischlingen wird zwischen Hütehund-Mischlingen und «unspezifizierten» Mischlingen unterschieden. Dies bedeutet, dass es im Zweifelsfall ratsam ist, auch bei einem Mischling einen Gentest auf den MDR1-Defekt machen zu lassen, bevor eine Behandlung mit einem der kritischen Wirkstoffe begonnen wird.

Für manche Rassen, bei denen keine verwandtschaftlichen Beziehungen zum Collie bekannt sind, vermutete man, dass es ebenfalls Tiere mit dem MDR1-Defekt gibt. In diesem Zusammenhang wurde der Australian Terrier genannt. Im Internet kursieren Berichte über Skye Terrier, die empfindlich auf Ivermectin reagierten. Es gibt jedoch bislang keine Studien, in denen ein MDR1-Defekt bei diesen Rassen nachgewiesen werden konnte. In einem Bericht der Gesellschaft für kynologische Forschung vom Juni 2009 ist zu lesen, dass der Australian Terrier in die Studie einbezogen werden sollte. Wegen schlechter Resonanz bei Besitzern und Züchtern musste die Rasse aber wieder aus den Untersuchungen herausgenommen werden. Bei den Rassen Australian Kelpie (20 untersuchte Tiere), Greyhound (74 untersuchte Tiere), Barsoi (22 untersuchte Tiere), Irischer Wolfshund (36 untersuchte Tiere) und Belgischer Schäferhund (Groenendael und Tervueren, 58 untersuchte Tiere) konnte der MDR1-Defekt nicht nachgewiesen werden. Beim Australian Cattle Dog wurden 50 Hunde untersucht, auch bei diesen wurde der Defekt nicht nachgewiesen. Bei einem Hund, der zwar phänotypisch als Australian Cattle Dog eingestuft wurde, allerdings keine Zuchtpapiere hatte, wurde ein Allel des MDR1-Defekts nachgewiesen. (…)

Den vollständigen Beitrag können Sie im SHM 3/16 lesen.

 

geschrieben von:
Anna Laukner

Anna Laukner

Anna Laukner studierte von 1989 bis 1995 in München Tiermedizin und promovierte über die Fellfarben beim Hund – ein Thema, das sie bis heute fasziniert und mit dem sie sich viel und gerne auseinandersetzt. Als praktizierende Tierärztin arbeitete sie in Bayern, Stuttgart und auf Ibiza. Mittlerweile hat sie viele Artikel und einige Fachbücher rund um Hunde und Katzen verfasst. Sie arbeitet Teilzeit als Tierärztin und kastriert für den Tierschutz streunende Katzen. Privat pendelt sie mit ihrer Familie zwischen Deutschland und Ibiza.

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