Wuff! Wenn der Hund bellt

Wie die Katze miaut, so bellt der Hund, wenn er sein Empfinden ausdrückt. Nur kann Bellen ganz schön nerven – den Hundehalter selbst wie auch seinen Nachbarn. Das Bellverhalten sei hier darum etwas genauer betrachtet.

Text: Roman Huber

Hundegebell kann Menschen ziemlich ärgern. Schnell ist ein Mass erreicht, das – im Gegensatz zu Kindergeschrei – die gesellschaftliche Toleranz überschreitet. Kurz: Bellen ist immer negativ behaftet, weil der Mensch nicht versteht, warum der Hund bellt. Für die bekannte norwegische Hundeforscherin Turid Rugaas steht darum Aufklärung an erster Stelle. Dazu schreibt sie in ihrem Buch «Das Bellverhalten der Hunde», dass Wissen Verständnis erzeuge und uns ebendieses geduldiger und toleranter mache.

Beachtung bedeutet Bestätigung

Beobachtet man Halter bellender Hunde, zeigen sie oftmals dieselbe Reaktion: Erst sind sie ratlos, dann verärgert. Sie fühlen sich blossgestellt, werden verunsichert, manchmal sogar böse und reagieren mit Schimpfen und Bestrafen. Durch ihre Überreaktion erreichen sie beim Hund jedoch das Gegenteil, denn auch wenn er das Bellen vielleicht einstellt, hat er nicht gelernt, mit der Situation umzugehen.

Andere Halter versuchen es auf die nette Art und haben ebenso wenig Erfolg. Das Problem ist einfach erklärt: Jede direkte Reaktion auf Bellen liefert dem Hund eine Bestätigung. Sein Bellverhalten wird beachtet, ob mit einem lauten «Nein» oder einem netten «Du musst nicht bellen». So bellt der Hund bei einer Begegnung, um den Artgenossen auf Distanz zu halten. Vergrössert der Halter sofort den Abstand oder geht zügig am anderen Hund vorbei, hat der Hund die Situation für sich verbessert. Sein Bellen wurde belohnt, und er wird das nächste Mal erneut bellen, wenn nicht sogar stärker. Oder: Der Hund bellt von der Terrasse aus Passanten an, wird hineingerufen, kommt sofort rein, stellt das Bellen ab und wird drinnen dafür belohnt. Seine Erfahrung: «Ich muss draussen bellen, dann werde ich gerufen und belohnt». Man nennt dies «Rückwärtskette». (…)

Den vollständigen Beitrag lesen Sie im SHM 6/22.

geschrieben von:
Roman Huber

Roman Huber

Roman Huber ist Publizist, Hunde- sowie Medienfachmann, hat zwei Hunde und unterstützt als Trainer seine Frau in deren Hundeschule. Er plädiert für eine faire Erziehung bzw. Haltung, die den Bedürfnissen und Möglichkeiten des einzelnen Hundes und dessen Menschen entspricht. Statt Methoden stellt er die individuelle Begleitung ins Zentrum und Lösungen, die auf Ursachenanalyse basieren sowie verhaltensbiologisch gesehen korrekt sind. www.dogrelax.ch.

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