Hype Hyperaktivität?

Wenn Hunde als hyperaktiv beurteilt werden, geschieht das manchmal ziemlich voreilig. Temperament, Reaktivität, Erregbarkeit, Energielevel, das sind nur ein paar Begriffe, über die leider viel zu schnell der Deckmantel Hyperaktivität geworfen wird.

Von Sibylle Kläusler

Hyper heisst «über», es geht also um Überaktivität. Wir stellen die Aktivität eines Hundes in Vergleich zu… ja in Vergleich zu was? Was ist die Referenzaktivität? Das klingt abstrakt. Bevor wir einen Hund in die Hyperaktivitätskiste packen, müssen wir uns aber damit befassen.

Hyperaktive Hunde haben Mühe, Reize zu verarbeiten, Relevantes von Irrelevantem zu unterscheiden sowie die Eindrücke zu priorisieren und zu ordnen. Sie leben in einer permanenten Reizüberflutung. Für einen hyperaktiven Hund kann ein herumfliegendes Blatt die gleiche Gewichtung haben wie ein davonrennendes Reh. Der eigene Schatten kann den Hund völlig kirre machen. Da hyperaktive Vierbeiner Mühe haben, solche Eindrücke ad acta zu legen, häufen sich diese an und verursachen Dauerstress. Als Folge reagiert auch der Körper. Nervliche Dauerbelastung, Entzündungen, angespannte Muskulatur, Verdauungsbeschwerden bis hin zu Allergien. Das Nervensystem ist in Überaktivität. Solche Hunde können sogar in Ruhephasen unruhig wimmern oder beginnen mit selbstzerstörerischem Verhalten, wie Pfoten wund lecken oder nagen. Auch stereotypisches Verhalten kann es aufgrund der grossen inneren Anspannung geben.

Ursachen und Einflüsse, so komplex wie vielfältig

Genetik, Stress der Mutterhündin und früheste Erfahrungen sind wesentliche Faktoren, wenn es um Hyperaktivität geht. Doch auch Umwelteinflüsse und der Alltag des Menschen spielen eine Rolle. Die komplexe und schnelle Welt ist nicht nur für uns Menschen oft eine Überforderung. (…)

Den vollständigen Beitrag finden Sie im SHM 5/21.

Ihre Meinung interessiert uns – Kommentar schreiben


Name (erforderlich)

Webseite