Bindung – Wie wird das was?

Was ist genau mit einer guten Bindung gemeint? Wie entsteht sie, wodurch erkennt man ihre Qualität und welche Bedeutung hat sie für das Zusammenleben? Ist eine gute Bindung von Mensch zu Hund oder von Hund zu Mensch gemeint? Braucht es überhaupt eine Bindung oder reicht auch Erziehung?

Text: Ingrid Blum

Unter den Begriff «Beziehungen» fällt auch die Bindung. Nur wenige Beziehungen haben aber die Qualität einer Bindung. Sie bezeichnet eine enge, emotionale Beziehung. Die Bindung veranlasst ein Individuum, im Falle objektiv vorhandener oder subjektiv erlebter Gefahr (Bedrohung, Angst, Schmerz) Schutz und Beruhigung bei seinem Bindungspartner zu suchen und zu erhalten. Bindungsverhalten besteht aus verschiedenen Verhaltensweisen, es ist genetisch vorgeprägt. Zur Bindung gehören auch die Begriffe Trennung und Verlust. Bindung zielt auf emotionale Nähe und darf nicht mit Abhängigkeit verwechselt werden. Bindungspartner sind nicht durch andere ersetzbar.

Soziale Attraktivität
Hunde behalten ein ganzes Leben lang eine Reihe jungendlicher Merkmale bei, so auch eine Tendenz zur Kind-Eltern-Bindung. Das bedeutet, dass der Haushund die arteigenen und innerartlichen Bindungstendenzen auf den Menschen übertragen kann. Das Bindungsverhalten des Hundes erinnert an das von Kindern. Vergleichende Untersuchungen mit intensiv sozialisierten Wölfen und Hunden ergaben, dass auch Wölfe mit viel Erfahrung mit Menschen, keine Bindung zu ihrer Bindungsperson entwickeln konnten, so wie es Hunde taten.

Gegenseitige Verbundenheit
Hunde zeigen gegenüber dem Menschen ihre Emotionen und Verhaltensweisen der Bindung. Diese ist zwischen Mensch und Hund nicht unbedingt einseitig, sie gilt als psychologische Verbundenheit. Individuelle Bindungen an menschliche Bezugspersonen entwickeln sich bei Hunden lebenslang weiter. Das bedeutet auch, dass Hunde nicht als Welpen übernommen werden müssen, um eine Bindung entwickeln zu können. Die Flexibilität, sich auch im Alter an eine neue Person binden zu können, ist eine Besonderheit des Haushundes. Der Bruch einer Bindung steht einer späteren neuen, mit einer anderen Person, nicht im Wege. Deshalb können gesicherte Bindungen auch mit Hunden entstehen, die bereits Vorbesitzer hatten oder aus dem Tierschutz stammen.

Den vollständigen Beitrag finden Sie im SHM 1/22.

geschrieben von:
Ingrid Blum

Ingrid Blum ist dipl. tierpsychologische Beraterin I.E.T., dipl. Internationale Hundetrainerin nach Turid Rugaas mit Zusatz NF SKN/NHB und Inhaberin der Hundeschule Fee (www.hundeschule-fee.ch)

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