Winter- oder Sommerwelpen?

Es kann sein, dass Welpen durch winterliche Temperaturen in ihrer Aktivität und dem angeborenen Erkundungsdrang gehemmt werden, wohingegen Welpen in wärmeren Jahreszeiten eher aktiver und häufiger auf Entdeckungstour gehen können. Welche Wahl, welcher Entscheid ist also richtig? Ist ein Pro oder Kontra Winter- oder Sommerwelpe überhaupt angebracht? Geht es nicht in erster Linie darum, den Hundezwergen den bestmöglichen, aufmerksamsten und liebevollsten Start ins Leben zu ermöglichen?

Text: Ingrid Blum

Es ist bitterkalt. Mit Morgenmantel und Stiefeln stehe ich nachts im Garten in hoffnungsvoller Erwartung, dass mein Welpe sich versäubert. Schneeflocken tanzen langsam vor meinen Augen und mein Welpe spielt mit ihnen Fangen. Weder ein kleines noch grosses Geschäft scheint sich auf der ständig wachsenden Schneedecke ereignen zu wollen. Wieder in der warmen Stube zurück rubble ich meinen Zwerg trocken und bin kaum fertig damit, als er sich auf dem weichen Teppich löst. Auf Knien robbend beseitige ich das Malheur kommentarlos. Es ist drei Uhr nachts und ich bin jetzt endgültig hellwach. Mein Welpe hingegen rollt sich genüsslich auf seiner Decke zusammen, die Augen fallen zu …  bis zur nächsten Unruhe. Eine Welpenübernahme im Winter scheint doch gewisse Herausforderungen bezüglich der Stubenreinheit an den Hundehalter zu stellen. Doch, ist dies alles, was den Unterschied zu einem Sommerwelpen ausmacht?

Andere Zeiten, andere Voraussetzungen

Überlieferungen aus früheren Zeiten besagen, dass Winterwelpen gesünder und robuster als Sommerwelpen wären. Vermutlich kommt diese Erkenntnis daher, weil nur die kräftigsten Welpen in der harten Winterzeit überlebten. Es waren damals andere Voraussetzungen. Man brauchte die Hunde für die Arbeit am Vieh, als Wächter und Jagdhelfer. Hündinnen zogen ihre Würfe im Stall, Zwinger oder im Schuppen auf. Da gab es keine Rotlichtlampen zur wärmenden Unterstützung oder Zufütterung der Welpen geschweige denn Geburtshilfe. Was ein «guter» Hund werden wollte, musste aus eigener Kraft überleben lernen. Der erste beschwerliche Weg war jener zu den Zitzen der Mutter. Die Belohnung für diese Anstrengung war die erste Nahrung, sprich Überleben. Im Winter war auch das Nahrungsangebot für Alttiere knapp bemessen, so dass die Hündin selbst oft ums Überleben kämpfen musste, wenn sie nicht ausreichend gefüttert wurde. Der Energieverbrauch, um den eigenen Körper zu wärmen, war enorm hoch. Die natürliche Auslese nahm ihren Lauf: Es überlebten nur die gesunden und kräftigen Welpen, die dann zu robusten Helfern des Menschen wurden. (…)

Den vollständigen Beitrag lesen Sie im SHM 1/21

geschrieben von:
Ingrid Blum

Ingrid Blum ist dipl. tierpsychologische Beraterin I.E.T., dipl. Internationale Hundetrainerin nach Turid Rugaas mit Zusatz NF SKN/NHB und Inhaberin der Hundeschule Fee (www.hundeschule-fee.ch)

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