Welpenschule Ja oder Nein?

Die Frage entscheidet sich mit der Qualität

 

Welpenkurse sind ein Spätprodukt in der Hundeausbildung, hervorgegangen aus der Haustierforschung vor rund 50 Jahren. Über deren Form, Inhalte und Sinn streitet man sich heute in Fachkreisen.

 

Wer im Kanton Zürich einen Hund der Rassetypenliste 1 (Rassen ab Endgewicht 16 Kilogramm oder ab 45 Zentimeter Schulterhöhe) hat, kommt um die Welpenschule nicht herum. Weitere Kantone werden womöglich nachziehen. Dennoch: Um die «Welpenschule» wird heiss diskutiert. Wozu soll sie gut sein, welches sollen ihre Inhalte sein und wie muss es dort ablaufen, damit Mensch und Hund etwas lernen, ohne dass etwas schiefläuft? Eine Betrachtung aus Welpen- oder aus Menschensicht liefert erste Antworten.

 

Aus der Welpensicht

Ein frisch dem Wurf entnommener Welpe möchte am neuen Zuhause zuerst ankommen und die Umgebung kennenlernen, bevor er wieder an neue Orte des Geschehens gebracht wird. «Mindestens eine Woche» wird zur Regel erhoben. In diesem kurzen Zeitabschnitt werden die Grundsteine gelegt für eine vertrauensvolle Bindung, die letztlich das wichtigste Bedürfnis eines Hundes erfüllt, nämlich das nach Sicherheit.

 

Dass ein Welpe mit vielen fremden Artgenossen auf wildes Spiel erpicht ist, dürfte sehr fraglich und eher dem menschlichen Bedürfnis zuzuschreiben sein. Im Vordergrund steht für den Welpen, gute Erfahrungen bei sozialen Kontakten zu machen, und zwar mit grösseren wie kleineren Artgenossen verschiedener Rassen und mit erwachsenen Hunden, die für soziales Lernen geeignet sind.

 

Aus der Menschensicht

Halterinnen und -halter wollen nur das Beste für ihren Vierbeiner. Sie möchten sich aktuell gültiges Wissen aneignen und zusammen mit ihrem Welpen lernen. Bei Fachpersonen kann sich der Ersthundehalter absichern, wenn er vom Nachbarn, Fernseh-Hundecoach oder durch eine Aussage aus dem Internet verunsichert wird. Und der erfahrene Halter sieht vielleicht seine vorgefasste Meinung durch neue Informationen infrage gestellt.

Welpenkurse in kleinen Gruppen haben den Vorteil, dass man sich gut austauschen kann und dabei von anderen Hundehaltern erfährt, dass sie mit denselben Tücken des jungen Hundes zu tun haben, wenn er nicht stubenrein wird, Gegenstände verschleppt, Mobiliar anknabbert oder beim Spiel in Hand, Ärmel oder Hosenbein schnappt. Die Kursteilnehmer erfahren dann aus fachkundigem Munde, dass diese Verhaltensformen für einen jungen Hund bis zu einem gewissen Grad normal sind, je nach Form und Ausmass auf zu viel Aufregung sowie Stress zurückzuführen und mit richtiger Reaktion oder im Ursprung anzugehen sind, aber nicht mit aversiven Mitteln. (…)

 

Den vollständigen Beitrag können Sie in der Ausgabe 3/20 lesen.

geschrieben von:
Roman Huber

Roman Huber

Roman Huber ist Publizist, Hunde- sowie Medienfachmann, hat zwei Hunde und unterstützt als Trainer seine Frau in deren Hundeschule. Er plädiert für eine faire Erziehung bzw. Haltung, die den Bedürfnissen und Möglichkeiten des einzelnen Hundes und dessen Menschen entspricht. Statt Methoden stellt er die individuelle Begleitung ins Zentrum und Lösungen, die auf Ursachenanalyse basieren sowie verhaltensbiologisch gesehen korrekt sind. www.dogrelax.ch.

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