«Silken Windsprite» oder «Longhaired Whippet»

Für den Hund spielt der Name keine Rolle. Hauptsache, er wird geliebt und kann seine langen Beine strecken. Denn dafür wurde diese junge Hunderasse wohl ursprünglich gezüchtet, um bewundert zu werden und zu «fliegen».

 

Wobei er im Flug sein anschmiegsames Wesen für einen Moment vergisst und sich nur über seine Beweglichkeit und den Rausch der Geschwindigkeit freut. Ist ein zweiter Silken Windsprite mit am Start, umso besser. Dann kann es auch wild werden, wobei die Zähne kaum für etwas anderes gebraucht werden als zum Spielen, Ermahnen oder um den anderen neckisch an der Rute zu packen, was man ihm aber selten wirklich übel nimmt. Dafür sieht er einfach zu liebenswert aus.

 

Ein moderner Windhund

So passt der Silken Windsprite gut in die heutige Vorstellung eines modernen Hundes. Nicht zu gross, leicht zu führen, freundlich im Umgang mit Hund und Mensch, ohne Biss, ohne Sturheit, souverän im Auftreten, im Haus ruhig sowie draussen agil und verspielt. Er ist ein unauffälliger, aber eleganter und sportlicher Windhund und liebt die Nähe zu seinem Menschen oder anderen Hunden. Deshalb ist er in der Regel umgänglich und dreht auf der Hundewiese gerne mit anderen Vierbeinern seine Runden. Obwohl der Silken eher kein Raufer ist, muss man ihn dann gelegentlich an seine guten Manieren erinnern.

Da er wenig bellt und sich nur bedingt für Fremde interessiert, ist er als Wachhund kaum zu gebrauchen, was ihn wiederum für die Wohnungshaltung oder für die Mitnahme zur Arbeit prädestiniert, wenn er denn genügend Ausgleich bekommt. Dabei hält sich sein Drang nach Beschäftigung in Grenzen, sodass der Silken Windsprite nach zwei, drei gut bemessenen Spaziergängen gerne das Sofa in Beschlag nimmt, um sich ausgiebig auszuschlafen. Als Vertreter der Windhunde ist er ein typischer Sichtjäger, jedoch wird diese Anlage eher nicht gefördert, was nicht heisst, dass er nicht zum Jäger werden kann. «Doch da er ein leichtführiger Windhund ist, kann man ihn meist gut zum Freilauf erziehen», erklärt Tino Wiederkehr, der dem Silken Windsprite seit 2010 verfallen ist und seit 2012 gemeinsam mit Gabi Heller züchtet.

Der Silken gilt als leicht erziehbar, jedoch sollte man bedenken, dass er den Hang zum Sensibelchen hat. Wer ihn zu grob und mit grossem Gepolter anfasst, wird ihn eher verschrecken als Freude und Vertrauen aufkommen lassen. Klare Grenzen braucht er hingegen schon. Meistens hält er sich auch daran. Wer jetzt aber meint, der Silken Windsprite könne nur so nebenbei gehalten werden, läuft Gefahr, die Bedürfnisse dieses anpassungsfreudigen Hundes zu übersehen und könnte unangenehm überrascht werden, denn wie Tino Wiederkehr erklärt: «Diese Hunde reagieren auf Dauerstress eher in Form von Krankheiten oder Allergien statt mit schlechten Angewohnheiten.»

 

Das vollständige Rasseporträt können Sie im SHM 7/16 lesen.

 

geschrieben von:
Anna Hitz

Anna Hitz

Anna Hitz ist mit Irish Terriern aufgewachsen und beteiligt sich seit vielen Jahren an der Aufzucht von Welpen. Seit 1998 arbeitet sie in einer Hippotherapiepraxis. Ihre zweite Leidenschaft gilt der Sprache und führte zum Lizenziat in Germanistik. Heute besitzt sie einen Irish Terrier und ein italienisches Windspiel. Kontinuierlich bildet sie sich zum Thema Hund weiter und pflegt Erfahrungsaustausch mit Forschern, Hundeschulen und Züchtern.

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