Marotte oder Zwangsstörung?

Jule, eine verschmuste Cocker-Dame, ist wie ausgetauscht, wenn ihr Herrchen beim Spaziergang einen Ball aus seiner Jackentasche zieht. Dann gibt es für Jule weder Freund noch Feind, weder Eichhörnchen noch Hase ‒ ja, sogar Leckerli sind ihr total egal. Hauptsache, der Ball fliegt weit durch die Luft und sie kann ihn jagen. Ist Jule eine leidenschaftliche Sportlerin, die das Balljagen liebt, oder ist sie ein Balljunkie, der dem Ball nachjagen (…)

«Der Ton macht die Musik» – Rhetorik für Hundehalter

Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit Fragen des kommunikativen und möglichst konfliktfreien Umgangs zwischen Hunden, ihren Haltern und Mitmenschen. Leider ist dieser keine Selbstverständlichkeit, sodass es immer wieder zu unschönen Konfrontationen, Streitigkeiten und sogar zu Gerichtsterminen nach Zwischenfällen kommt. In den letzten Jahren ist zu beobachten, dass ein gepflegter Umgangston zwischen Hundehaltern längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Auch die gesellschaftliche Toleranz gegenüber Hunden und auch moderat auftretenden Hundehaltern nimmt eher (…)

Hundebetreuung – Was tun, wenn Ihr Vierbeiner Sie nicht begleiten kann?

Geschäftsreise, Städtereise, Ferien, Arbeit, Weiterbildung, Krankheit, Unfall oder plötzlicher Todesfall. Für eine Fremdbetreuung gibt es viele Gründe. Um nicht unvorbereitet vor einer solchen Situation zu stehen, ist es wichtig, sich einige Gedanken zu machen und den Hund behutsam daran zu gewöhnen auch von anderen Personen betreut zu werden.   Heute gibt es ein breites Angebot, das von Privathaushalten bis zu Tierferienanlagen reicht. Bei so einer grossen Auswahl ist es nicht (…)

Der Zappelphilipp – AD(H)S beim Hund?

Nicht nur in der Humanmedizin streitet man sich darüber, ob es AD(H)S gibt oder nicht, das Thema ist längst auch in der Tiermedizin angekommen. Was es mit diesem Syndrom auf sich hat, ob es wirklich existiert, was dazu führen kann und wie eine Therapie aussehen könnte, beleuchten wir in diesem Artikel.   Die Abkürzung AD(H)S steht für die Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung. Sie bezeichnet eine psychische Störung, die sich durch Probleme (…)

Hypothyreose ‒ Die Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

Die Schilddrüse gibt Anlass zu Diskussionen zwischen Hundehaltern/-trainern und Tierärzten. Auf der einen Seite neigen viele dazu, sämtliche Verhaltensprobleme auf die Schilddrüse abzuwälzen, auf der anderen Seite weigert man sich beharrlich, den Zusammenhang zwischen der «subklinischen», also leichten Schilddrüsenunterfunktion und Verhaltensänderungen zu sehen. Wie bei so vielem gibt es auch bei der Schilddrüse nicht nur Schwarz und Weiss, sondern viele Graustufen dazwischen und damit leider mal wieder keine einfache Pauschallösung. (…)

Wenn der Hund «lustig» hüpft – Die Patellaluxation

Ständig mit dem Hinterbein hüpfende Kleinhunde sind zwar lustig anzuschauen, dahinter verbirgt sich aber meist ein orthopädisches Problem, das als Kniescheiben- oder Patellaluxation bezeichnet wird. Der Krankheitsprozess, der teilweise genetisch begründet ist, beginnt im Welpenalter, führt rasch zu deutlicher Ganganomalie und leider auch zu Knorpelabrieb. Die schnelle Erkennung und eine allenfalls chirurgische Behandlung lösen das Problem der luxierenden Kniescheibe, ohne Dauerschaden zu hinterlassen.   Anatomische Grundlagen Der Oberschenkel (Femur) und (…)

Schlüsselloch-Chirurgie beim Hund – Laparoskopische Kastration der Hündin

Bei einer laparoskopischen Operation spricht man von einem sogenannt minimal-invasiven Eingriff oder umgangssprachlich auch von der «Schlüsselloch-Chirurgie». Das Wort Laparoskopie leitet sich aus dem altgriechischen ab: lapare (die Weichen), skopein (betrachten). Was in der Humanmedizin schon seit längerer Zeit zum Alltag gehört, wird immer häufiger auch in der Veterinärchirurgie zur Routine. Wir haben die Hündin Athena während der laparoskopischen Kastration in der Central Kleintierpraxis in Sursee begleitet.   Es ist (…)

Borreliose – eine schwer zu greifende Erkrankung

Mit den wärmeren Temperaturen im Frühjahr beginnt alljährlich auch wieder die Zeckenzeit. Zecken sind nicht nur lästig, sie gelten auch als Überträger gefährlicher Krankheiten. Beim Menschen ist die Borreliose neben der von Viren ausgelösten Frühsommer- Meningo-Enzephalitits (FSME), einer Hirnhautentzündung, die am meisten gefürchtete Erkrankung. Während die FSME beim Hund schon immer als relativ selten gilt, hielt man die Borreliose bislang häufig für die Ursache eines bestimmten Krankheitsbildes, das vor allem (…)

DO AS I DO – Mach‘s mir nach – Teil 1

Hunde lernen, indem sie uns nachahmen «Ich möchte dieses Buch allen Hunden und all jenen Besitzern widmen, die noch dieses Fünkchen Verrücktheit besitzen, das sie dazu treibt, immer wieder etwas Neues zu versuchen. Denn jede Entdeckung haben wir jemandemn zu verdanken, der den Mut hatte, etwas auszuprobieren!» Zitat von Claudia Fugazza aus dem Vorwort ihres Buches «Do As I Do». «Do as I do» – «Mmach’s mir nach» ist eine (…)

DO AS I DO – Mach’s mir nach Teil 2

Hunde lernen, indem sie uns nachahmen Wie im ersten Teil erläutert, basiert die von der Ethologin Claudia Fugazza entwickelte Trainingsmethode «Do as I do» auf Beobachtung und Nachahmung. Das bedeutet, der Hund lernt neue Verhaltensweisen nicht über assoziatives Lernen (operante Konditionierung), sondern über Imitation. Die Imitation erfolgt jedoch nicht über das Kopieren anderer Hunde, sondern über das Kopieren des Menschen. Diese Art des Trainings gehört zum sozialen Lernen und eröffnet (…)

DO AS I DO – Mach’s mir nach Teil 3

Hunde lernen, indem sie uns nachahmen Die Trainingsmethode «Do as I do» wurde von Claudia Fugazza, Ethologin im Team von Prof. Ádám Miklósi, Eötvös Universität Budapest, entwickelt. Sie basiert auf Beobachtung und Nachahmung. Der Hund lernt auf Kommando zu imitieren, was ihm vorgemacht wurde. Das soziale Lernen hat bereits unterschiedliche Sparten von «Hündelern» erreicht (siehe Teile 1 und 2). Lesen Sie nun über Grundlagen, Trainingsphasen, Variationen und weitergehende Ausbildungsphasen von (…)

Hunde mit Handicap

Hunde mit Handicap

Dank der Fortschritte der Veterinärmedizin ist vieles möglich geworden, was noch vor ein paar Jahren undenkbar war. Fast alle Behandlungsverfahren, die in der Humanmedizin zum Einsatz kommen, können auch zum Wohle unserer Hunde eingesetzt werden. Ähnlich verhält es sich mit Hilfsmitteln, wie zum Beispiel Rollwagen oder Beinprothesen, die für Hunde modifiziert werden. Ist das wirklich immer zum Wohle unserer vierbeinigen Wegbegleiter? Muss wirklich alles getan werden, was möglich ist? Text: (…)