Mit dem Velo und Hunden um die Welt, Teil 1

Michael und Sybille Fleischmann sind seit Juni 2010 unterwegs, um per Fahrrad ferne Länder zu bereisen. Ihr Ziel: einmal um die Welt! Mit dabei: Rhodesian Ridgeback Rüde Gomolf und Mischlingshündin Diu.
Exklusiv für das Schweizer Hunde Magazin berichten die Weltenbummler von ihren Erlebnissen. Lesen Sie heute von einer Zugfahrt mit Hindernissen, dem ungeplanten Abstecher nach Wien und den ersten Eindrücken vom Donauradweg.

Text und Fotos: S. und M. Fleischmann

Wir treten mit aller Kraft in die Pedalen. Die Sonne brennt gnadenlos herunter, 45 Grad Celcius lesen wir auf unseren Tachos. Ein Schwarm Fliegen verfolgt uns und stürzt sich gierig auf jeden neuen Schweisstropfen, der von der Schläfe herunterrinnt. Wir kommen nur langsam vorwärts. Der Teer ist so heiss, dass er kleine Blasen wirft und unsere Reifenprofile als sichtbare Abdrücke darin zurückbleiben. Es ist stark hügelig und jeder Kilometer verlangt uns alles ab. Fahrtwind – Fehlanzeige. Nicht bergauf bei sechs Kilometern pro Stunde.

Schweisstreibende Fahrt durch Tschechien

Unsere Hunde Gomolf und Diu laufen neben uns. Immer wieder überholen sie, um dann leicht gelangweilt zu warten, bis wir endlich nachkommen. Bei diesem Tempo haben sie jedenfalls genügend Zeit, um aus dem Bach zu trinken, Wasser zu lassen oder kurz das Mauseloch zu überprüfen. «Bleib schön rechts!» murmele ich ihnen leise zu, ohne viel Puste dafür zu verschwenden. Diesen Befehl haben wir zu Hause in München trainiert bis zum Umfallen: Rechts Strasse nein. Das bedeutet, sie dürfen nur am rechten Strassenrand laufen. Das ist eines der wichtigsten Kommandos, wenn wir unser Vorhaben unbeschadet überstehen wollen: eine Weltreise mit unseren Hunden – per Fahrrad.

Zugegeben, die Idee liegt nicht gerade auf der Hand. Doch unsere Reiselust war seit der Tour 2007 «Mit dem VW-Bus nach Indien» nicht mehr zu bremsen. Vor allem das Vorwärtskommen über den Landweg hat uns dermassen fasziniert, dass wir nur noch ungern in ein Flugzeug steigen. Per Wohnmobil wollten wir aber nicht noch einmal reisen, vor allem wegen der Einschränkungen durch Zollbestimmungen. Mit dem Fahrrad hingegen dürfen wir überallhin, brauchen kein Benzin und können uns aus eigener Kraft fortbewegen. Prinzipiell auch um die ganze Welt. Diese Idee hat uns nicht mehr losgelassen. So entstand das Projekt Radreise Richtung Asien. Die Dauer ist unbestimmt, das Endziel auch. Wir haben unsere Tour «Cycle-for-a-better-world» getauft. Ein Motto, mit dem wir Andere motivieren wollen – denn würden mehr Menschen das Fahrrad dem Auto vorziehen, hätten wir bereits eine bessere Welt.

Die Hunde sollen mit

Gomolf, ein Rhodesian Ridgeback-Rüde, und Diu, eine Mischlingshündin aus Indien, wurden von Anfang an in den Plan mit einbezogen. Diese Reise machen wir entweder mit den Hunden oder gar nicht, sie gehören schliesslich zur Familie. So finden sich in unseren Fahrradtaschen auch Hundebürste, Decken, Futter und Leinen. Ausserdem ziehen wir mit den Rädern zwei Hundeanhänger.

Als ich das Fahrrad von meinem Mann vor mir rollen sehe, denke ich an die Zeit zurück, als wir uns auf diese Reise vorbereiteten. Michael hat zunächst zahllose Stunden mit Recherche verbracht, denn entscheidend für ein Gelingen dieser Tour ist gute Ausrüstung. Wir hatten stets vor Augen, welche Anforderungen auf unser Campingequipment und die Fahrräder zukommen würde: extreme Hitze, grosse Kälte, schlechte Strassen, unsanfte Behandlung, Dauerbenutzung und hohe Gewichtsbelastung. Vor allem unser grosser Hund verursachte Kopfzerbrechen. Als Rhodesian Ridgeback ist er naturgemäss schon kein Leichtgewicht, doch Gomolf ist mit einem Stockmass von 75 Zentimetern sogar über dem Rassestandard und bringt – trotz schlankem Körperbau – 45 Kilo auf die Waage.

Viel Kopfzerbrechen

Lange hatten wir überlegt, ob so eine Radreise mit Hunden überhaupt möglich ist. Wir hatten mehr Fragen als Antworten. Wie weit kann ein Hund pro Tag laufen? Brauchen wir Fahrradanhänger für sie? Was müssen wir an den Grenzen beachten? Wir recherchierten im Internet, wälzten Bücher, befragten Tierärzte und Hundeprofis. Was wir zu hören bekamen, war nicht besonders ermutigend: Die Hunde halten das nicht durch, eine Radreise ist nichts für sie, das ist Tierquälerei. Doch eigentlich hatte es noch keiner vor uns versucht, daher wollten wir nicht so einfach aufgeben. Die Frage nach den Fahrradanhängern beantworteten wir recht bald mit Ja. Es könnte zwar sein, dass unsere Hunde mit viel Training in der Lage sind, die Strecken selbst zurückzulegen. Doch was ist, wenn wir auf engen, vielbefahrenen Strassen unterwegs sind? Oder in einer Grossstadt? Ausserdem wussten wir schon von früheren Tagestouren, dass die Hunde nicht mithalten können, wenn es länger bergab geht – und welcher Radler möchte schon gerne bei einer schönen Abfahrt auf der Bremse stehen, um auf seinen Hund zu warten?

Strapaziertes Reisebudget

Wir brauchten also Fahrräder, die auch noch das hohe Zusatzgewicht von zwei Anhängern verkraften mussten. Da Michael – in seiner Eigenschaft als technisch versierter Mann – auch der hauptverantwortliche Mechaniker in unserem Team sein würde, legte er Wert auf unkomplizierte, wartungsarme und dabei extrem zuverlässige Technik. Leider stellte sich schnell heraus, dass diese Anforderungen ausschliesslich durch Produkte im hochpreisigen Marktsegment erfüllt werden. Als er mir darlegte, welche Fahrradteile in seinen Augen ein Muss sind und wie viel Geld man für ein gutes Zelt ausgeben kann, wurde mir angst und bange. Ich bin der Kassenwart in unserer Familie und hatte begründete Zweifel, dass von unserem Reisebudget noch genug übrig sein würde, wenn wir uns diese Ausrüstung leisteten.

Michael wollte seinen Traum vom wartungsarmen Fahrrad nicht aufgeben, daher beschlossen wir, auf Sponsorensuche zu gehen. Ich telefonierte mir die Finger wund, schrieb zahllose E-mails und musste oft grosse Hartnäckigkeit an den Tag legen. Vom Bremsenhersteller über Fahrradsattel-Vertriebe, Schlafsackproduzenten und Manufakturen für Hundeanhänger kontaktierte ich so ungefähr jede Firma, die irgendetwas verkaufte, was uns von Nutzen sein könnte. Es war über ein halbes Jahr harte Arbeit, doch das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Da unser Projekt so ungewöhnlich war, fanden wir über dreissig Sachsponsoren – darunter auch zwei aus der Schweiz – ,die etwas an unsere Ausrüstung beisteuerten.

Gomolf und Diu im Fahrradanhänger

Dass etwas Besonderes im Gange war, merkten Gomolf und Diu spätestens an dem Tag, als ihre Anhänger geliefert wurden. Wir waren sehr aufgeregt, denn wir hatten sie noch nie «in echt» gesehen. Mehr als einmal hatten wir unsere Hunde und ihre Lieblingskissen ausgemessen, um herauszufinden, wie viel Platz sie benötigen. Aus Mangel an Wahlmöglichkeiten hatte Michael für Gomolf einfach den grössten und stabilsten Hundeanhänger auf dem Markt herausgesucht. Dius Gefährt ist ein offener Einrad-Anhänger, der eigentlich für Gepäck gedacht ist – wir haben ihm in Heimarbeit einen wasserdichten Aufbau aus alten Zeltstangen und Cordura-Stoff verpasst. Als Gomolfs Anhänger fertig montiert war und er das erste Mal Platz nehmen durfte, wussten wir zumindest, dass er hinein passt. Doch der Moment der Wahrheit kam, als wir sie das erste Mal an den Fahrrädern befestigten. Zuvor hatten wir die Hänger für zwei Wochen ins Wohnzimmer gestellt und sie für die Hunde – unter Zuhilfenahme von Leckerli – interessant und attraktiv gemacht. Doch würden sie auch ruhig sitzen bleiben und keine Panik bekommen, wenn sich das Gespann in Bewegung setzt? Dergleichen hatten wir von anderen Hundebesitzern gehört, doch für unser Vorhaben war es entscheidend, dass dieser Part klappt. Schon nach den ersten Metern zeigte sich aber, dass beide Hunde auf die neue Erfahrung zwar angespannt, aber nicht ängstlich reagierten. Bei weiteren Testfahrten verhielten sie sich ruhig genug, dass wir davon ausgehen konnten, dass uns hier keine grösseren Probleme bevorstanden – eine grosse Erleichterung!

Schwer bepackte Reiseräder

Es war der Tag der Abfahrt, als wir unsere Reiseräder das erste Mal mit Anhängern und all unserem Gepäck beluden und damit fuhren. Der Lenker war schwer zu halten, das Steuern eine ungewohnt wackelige Angelegenheit. Die Gefährte überhaupt zum Rollen zu bringen kostete viel Kraft. Unser Gepäck war schwer und umfangreich, denn wir transportierten Kleidung und Campingausrüstung für vier Jahreszeiten. Zusammen mit Anhängern, Hunden und Fahrer kam Michael auf ein Systemgewicht von stolzen 190 Kilo, mein Gespann samt mir wog 150 Kilo. Doch das Wichtigste: Es rollte – und somit konnte das Abenteuer beginnen.

Endlich kann ich die Kuppe des Hügels sehen, gleich ist dieser Anstieg geschafft. Oben halten wir kurz an, denn ab jetzt geht es bergab. Die Hunde dürfen sich ausruhen: «Ab in Monz» und «Ab in Yak» heisst es da – in Anlehnung an die Bezeichnung der Anhänger. Trotz der Hitze folgen Gomolf und Diu nur widerwillig: Sie wären gerne noch weiter gelaufen. Doch jetzt kommt eine längere Abfahrt und da wollen wir die Tiere entlasten. Gomolf schlüpft als erster in seinen Monz, kringelt sich gekonnt ein und lässt sich mit einem Seufzer nieder. Diu braucht etwas länger, das Mauseloch da vorne muss nochmal überprüft werden. Schliesslich krabbelt auch sie in ihre beräderte Hundehütte – natürlich so, dass sie nach vorne sehen kann, um nichts zu verpassen.

Weitreichende Entscheidungen

Wir sind im Böhmerwald und mit jeder Steigung drängt sich die Frage auf, ob es eine gute Entscheidung war, durch Tschechien zu fahren – statt auf dem Donauradweg durch Österreich. Den Entschluss haben wir vor zwei Wochen gefasst, an meinem Geburtstag. Wir waren kurz davor, endlich den Donauradweg zu erreichen und kämpften uns gerade eine steinige Waldstrasse bergauf. Oben angekommen trafen wir einen französischen Fahrradfahrer, der gerade von Osteuropa kam und nach Belgien unterwegs war. Er freute sich sehr, Gleichgesinnte zu treffen und erzählte in gebrochenem Englisch-Deutsch-Mix von seinen Erfahrungen. Tschechien sei wunderschön und sehr günstig, in Österreich habe er drei Euro für ein Bier bezahlt – in der Tschechei nur vierzig Cent. Wir tauschten noch ein paar Infos aus und der Mann schenkte uns seine Fahrradkarte vom Donauradweg.

Als wir uns nach dem netten Plausch an die Abfahrt machten, dachte ich über seine Worte nach und kam ins Grübeln. «Warum eigentlich nicht durch Tschechien…?», dachte ich bei mir und schlug dies gleich meinem Mann vor, als wir unten waren. Michael schaute mich entgeistert an. «Da hätten wir vor vier Kilometern abbiegen müssen! Wenn du nach Tschechien willst, müssen wir den Berg nochmal hoch!» Trotzdem liess er sich nicht lange bitten, er kann mir sowieso kaum einen Wunsch abschlagen – schon gar nicht an meinem Geburtstag. So ging es wieder zurück auf den Berg, an dessen Spitze uns wieder der Franzose mit amüsiert-überraschtem Blick empfing. «Meine Frau liebt diesen Berg», erklärte Michael säuerlich lächelnd und gab die Karte vom Donauradweg zurück.

Gleich am nächsten Tag bekamen wir die Folgen meiner Entscheidung schwer zu spüren. Wir hatten den Weg Richtung Tschechien sehr spät eingeschlagen, so dass uns nur noch der Grenzübergang bei Bayerisch Eisenstein blieb. Seit dem Ort Teisnach ging es nur noch in eine Richtung: bergauf. Wir hatten uns noch einen steilen Berg hochgequält und dann unser Nachtlager am Rande einer Wiese aufgeschlagen. Am nächsten Morgen beim Frühstück wollte Michael gerade Salz auf seine Tomate streuen, als es passierte. Er schrie auf und wand sich vor Schmerzen: Hexenschuss! Wir können unmöglich weiterfahren.

Zwang zur Pause

Nach einem Tag Pause auf der Wiese war er immer noch kaum bewegungsfähig, so entschlossen wir uns, von Teisnach aus mit dem Zug nach Tschechien zu fahren. Auf der Landkarte war eine Bahnlinie eingezeichnet und auch mein Navi verriet uns, dass dort ein Bahnhof ist. Als alles aufgepackt war, rollten wir ohne Anstrengungen in den Talkessel. An einer Apotheke fragten wir nach dem Weg zum Bahnhof – und ernteten nur mitleidige Blicke. «Es gibt schon einen Bahnhof. Aber Züge fahren da nur noch am Wochenende und zu Ferienzeiten. Aber ab und zu fährt ein Bus nach Viechtach.»

Die Vorstellung, unsere Räder mitsamt Gepäck, Anhängern und Hunden in einen Bus zu hieven, machte uns ziemlich übellaunig, zumal wir weder wussten, ob der Busfahrer uns überhaupt mitnimmt, noch wie es dann weitergeht. Aber zum Glück waren wir noch nicht aus der Welt: Michael rief einen Freund an, der uns mit dem Auto abgeholt und eine Woche lang beherbergt hat. Zeit genug, um den Hexenschuss auszukurieren und neue Pläne zu fassen: Es bleibt bei Tschechien, jedoch nicht über Bayerisch Eisenstein, sondern von Furth im Wald nach Babylon.

Das Leben in Deutschland haben wir aufgegeben

Wir passierten die Grenze am fünften Juli – freudig, aber auch ein bisschen wehmütig. Gerade in den letzten Wochen hat sich uns Deutschland von seiner Schokoladenseite gezeigt: Die bayerische Landschaft ist atemberaubend schön, die Beschilderung super, die Autofahrer waren rücksichtsvoll und vorsichtig. Die Menschen winkten uns überall freundlich zu und grüssten. Nun verlassen wir unser Heimatland für eine nicht absehbare Zeit. Ein Zurück gab es nicht, denn unsere Wohnung in München und das Leben in Deutschland hatten wir komplett aufgegeben. So fuhren wir stur immer weiter gen Osten und das Leben auf dem Reiserad wurde bald zum normalen Alltag.

In Tschechien passieren wir winzige Dörfer, in denen anscheinend jeder Haushalt mindestens einen Hund beherbergt – es gibt hier noch mehr als in Deutschland. Wenn wir mit unseren Tieren vorbeikommen, ernten wir wütendes, neugieriges und vor allem lautes Gebell. Zum Glück sind Gomolf und Diu von der Hitze träge genug, dass sie nicht auf die Idee kommen, auf die linke Seite zu laufen und die anderen Hunde zu begrüssen. Am Nachmittag stoppen wir in Budislavice beim ersten Gasthaus, das wir heute sehen. Vor allem ist hier der höchste Punkt unserer heutigen Etappe, später ist Schluss mit dem kräftezehrenden Bergauffahren. Darauf erstmal ein Bier und eine deftige Brotzeit: Mischbrot, eine herzhafte Wurst und eingelegter Käse. Bei diesem Mahl werden wir jäh von einem lauten Rauschen und Knacksen unterbrochen, dann schallt auf einmal die tschechische Version von ABBA’s «The winner takes it all» durch das Dorf. Danach folgen die Lokalnachrichten – alles aus den blechernen Lautsprechern aus sozialistischen Zeiten.

Erholung für uns und die Hunde

Wie jeden Abend suchen wir uns wenig später einen Platz, an dem wir das Zelt aufbauen können. Heute werden wir auf einem abgemähten Feld fündig – mitten im Grünen und weit weg von der Strasse. Nun haben unsere Hunde die Gelegenheit, um ausgiebig die Umgebung zu inspizieren. Vor allem unsere Diu liebt es, die Nase bis zum Anschlag in die lockere Erde zu stecken, um nach Mäusen zu suchen. Gomolf dagegen hat sich einen Platz neben den Fahrrädern gesucht, streckt gähnend seine Glieder und bleibt dann sichtlich entspannt liegen. Nach einer grossen Portion Futter sind beide genauso müde wie wir und bald liegen alle auf ihrem angestammten Platz im Zelt: Ich rechts, Michael links und die Hunde auf ihrer Matte im Vorzelt. Draussen hören wir nur das Zirpen der Grillen, als die Sonne langsam untergeht. Wir alle brauchen nun unseren Schlaf – denn morgen wird es wieder weitergehen.

Mehr Infos unter: www.cycle-for-a-better-world.org

Hier können Sie den Artikel aus dem Magazin als PDF ansehen

4 Kommentare zu “Mit dem Velo und Hunden um die Welt, Teil 1

  1. Sabrina

    Ich habe da einige für mich sehr wichtige Fragen an euch.
    gab es keine Probleme mit den Hunden an den Grenzen?
    Musstet ihr sie vorher speziell impfen?
    Was hattet ihr als Startkapital dabei?
    Wie war die Tour mit dem Wohnmobil?
    Ich bin 24, habe eine Jack Russel Hündin und will unbedingt mit ihr im Schlepptau die Welt erkunden.
    Fahrrad wäre mir glaube ich auf dauer zu mühsam, deshalb dachte ich, dass ich es mit einem Wohnmobil/ VW Bus probieren werde.
    Ich freue mich über jede Info, die ich zu meinem Vorhaben sammeln kann.
    MfG Sabrina

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  2. Sybille und Michael

    Hallo Sabrina,

    wir finden es klasse, dass Du mit Deinem Jack Russel auf Reisen gehen willst! Die beiden Transportmittel (Velo und Wohnmobil) haben natürlich jeweils Vor- und Nachteile. So haben wir den vergleichsweise grossen Luxus des VW-Busses sehr geschätzt, jedoch sind wir jetzt mit den Fahrrädern noch unabhängiger, da wir wirklich überall hinfahren können aber auch notfalls in einen Zug, aufs Schiff oder sogar ins Flugzeug umsteigen könnten. Es ist etwas günstiger zu radeln (aber nicht deutlich), vor allem braucht man keine Papiere für’s Fahrzeug und kein Benzin (ausser 0,5 Liter für den Kocher 😉
    Was die Hunde betrifft, so hat man in beiden Fällen den Vorteil, dass man Landgrenzen benutzt. Da sind die Beamten viel weniger streng als am Flughafen! Unsere Hunde haben „nur“ die normalen Impfungen und EU-Heimtierausweise – damit kamen wir bisher immer (fast) problemlos durch, obwohl man für manche Länder eigentlich auch besondere In- bzw. Exportformulare bräuchte. Grosse Ausnahme war China, da wurden Gomolf und Diu für 1 Monat in Quarantäne gesteckt und das war für uns alle keine schöne Erfahrung (siehe auch der entsprechende Beitrag hier im Hundemagazin).

    Wenn Du Europa verlassen willst, brauchst Du für die Wieder-Einreise einen Nachweis für den Tollwut-Titer Deines Hundes (=ob er genügend Antikörper hat). Unsere Hunde haben das beide, allerdings wollte es noch nie jemand sehen. Es ist also auch immer Glückssache!

    Wir hatten genügend Geld dabei, um 1-2 Jahre überleben zu können und pro Monat brauchen wir (je nach Land und je nachdem, welchen Komfort wir uns leisten) zwischen 500 und 1000 Euro (zu zweit mit 2 Hunden). Unser Leben ist alles andere als luxuriös – besonders während den Fahrrad-Reisen – aber wir lieben es und geniessen die Herausforderung. Die Hunde machen das Reisen nicht einfacher, sind aber auch eine unglaublich tolle Bereicherung. Vor allem wenn Du alleine reisen möchtest, bringt ein Hund – auch ein kleiner Jack Russel! – ein grosses Plus für Deine Sicherheit.

    Hoffe, wir konnten ein wenig helfen! Kontaktiere uns gerne wenn es noch Fragen gibt. Bis dahin liebe Grüsse aus Asien!

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  3. daniela schwendener

    Reisen für eine bessere Welt ? Quarantäne, Hundefleisch und nun der Tod des Hundes, ich glaube sie hätten mit dem Geld und etwas weniger Egoismus mehr erreicht, wenn Sie dies in Kastrationsprojekte, Naturschutz, landwirtschaftliche nachhaltige Ausbildungen und medizinische Versorgung investiert hätten ! Kein Tier tauscht freiwillig ein Gutes gegen ein strapaziöses, psyisch sowie gesundheitsschädliches Leben ! Für was haben wir ein Tierschutzgesetz um es in der Ferne mit Füssen zu treten ? Seien Sie Vorbild und behandeln sie die einheimische Tiere gut, das macht vielmehr Eindruck und lassen Sie ihren übriggebliebenen Hund in Sicherheit ein wohlverdientes Leben leben. Wir sind für das verantwortlich, wa wir tun und was wir nicht tun.

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    1. Sybille und Michael

      Danke für Ihre Meinung, die wir natürlich respektieren. Von einer „besseren Welt“ hat freilich jeder seine eigene Vorstellung – unserer Ansicht nach wird sie schon ein kleines bisschen besser, wenn man ein wenig über den Tellerrand sieht und (nicht zuletzt!) mit den Ressourcen der Erde sparsam umgeht. Das haben wir bei der Radreise (und unserem sonstigen Leben) beherzigt. Für unsere Hunde war das Leben auf Reisen stets aufregend und abwechslungsreich, was viel besser zu ihren Charakteren gepasst hat, als zuvor in Bayern in einer 2-Zimmerwohnung und gleichförmigen Spaziergängen. Dass ein Hund (noch dazu ein Rassehund) früher stirbt, kann leider Gottes überall auf der Welt passieren.
      Im Übrigen pflegt jede Kultur ihren eigenen Umgang mit Hunden und es liegt uns fern, Asiaten dazu „erziehen“ zu wollen, ihre Hunde so zu behandeln, wie das in unseren Breiten geschieht, da das einfach nicht zusammen passt. Oder würden Sie einer kambodschanischen Familie, die kaum ihre Kinder ernähren kann, verbieten, das Fleisch eines überfahrenen Hundes zu essen? Nichts für ungut und liebe Grüsse

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