Halsband oder Brustgeschirr?

Die Frage, ob wohl ein Halsband oder ein Brustgeschirr besser für den Hund sei, lässt sich nur mit «es kommt darauf an» beantworten. Der Körperbau, das Alter, der Ausbildungsstand, allfälliger Hundesport und vieles mehr können einen Einfluss auf die optimale Wahl haben.

 

Eine solide Erziehung ist das A und O
Der Hund war ursprünglich ein Laufraubtier und wie der Name sagt, ist das Laufen immer noch ein enorm wichtiger Aspekt seines psychischen und physischen Wohlbefindens. Zudem sind Hunde, die sich frei bewegen und viel rennen können, in der Regel ausgeglichener als Artgenossen, die selten von der Leine dürfen. Darum ist eine solide Erziehung – guter Rückruf und Leinenführigkeit – die Basis für ein glückliches Hundeleben mit vielen Freiheiten, denn beides, das beste Halsband und das perfekt passende Geschirr, belasten den Körper des Hundes bei einem abrupten Stopp oder beim Dauerziehen an der Leine.

 

Das ideale Halsband
Ein gut ausgebildeter Hund, der gelernt hat, an lockerer Leine zu laufen, fühlt sich mit einem Halsband bestimmt sehr viel freier und glücklicher als mit einem Brustgeschirr. Allerdings sollte jede Gewalteinwirkung am Halsband vermieden werden. Der Hund hat – genau wie der Mensch – eine sehr empfindliche Stelle am Hals, den Kehlkopf. Es gibt Menschen, die bereits den Druck eines Rollkragenpullovers auf dem Kehlkopf als sehr unangenehm empfinden. Stellen Sie sich nun vor, wie schmerzhaft es für einen Hund sein muss, wenn er zieht oder mit voller Kraft in die Leine springt. Je dünner das Halsband oder die Kette sind, desto stärker ist der Druck auf den empfindlichen Kehlkopf. Leinenrucke können zusätzlich einen sehr schädlichen Einfluss auf die Halswirbelsäule haben. Fazit: Je breiter und je besser gepolstert ein Halsband ist, desto schonender und angenehmer ist es für den Hund. Achtung: Ein dünnes hartes Band mit einem breitflächigen Polster darunter kann trotzdem auf den Kehlkopf drücken.

Ein ideales Halsband sollte man jedoch aus Sicherheitsgründen immer mit einer Schnalle oder einem Klickverschluss öffnen können. Es gab schon tragische Todesfälle, bei welchen Hunde durch das eigene Halsband erwürgt worden sind, weil die fehlende Schnalle ein sofortiges, lebensrettendes Öffnen verhinderte. Vorsicht ist auch bei Junghunden im Spiel mit anderen Hunden angebracht. Wie schnell passiert es, dass sich der Unterkiefer im zu lockeren Halsband des anderen Hundes verfängt und bricht.

 

Das ideale Brustgeschirr
Beim Tragen eines Brustgeschirrs bleibt der Kehlkopf frei und der Druck wird breitflächiger auf dem Körper verteilt, was angenehmer für den Hund ist. Ein Geschirr ist jedoch nur empfehlenswert, wenn es optimal an den Hundekörper angepasst ist. Ein schlecht sitzendes Brustgeschirr kann genau wie ein Halsband Schaden anrichten. Es gibt Geschirre, welche die Vorderhandbewegung massiv einengen und die Ursache für schmerzende Druckstellen oder sogar Fehlstellungen im Ellbogen sind. Beim idealen, ergonomischen Geschirr sollte das Material weich und die Schnallen unterfüttert sein. Schulterblatt und Schultergelenk sollten sich möglichst frei bewegen können, weshalb sämtliche Geschirre mit einem vorne über die Vorbrust (Bug) verlaufenden Gurt nicht empfehlenswert sind. Dazu gehören auch die praktisch anzuziehenden Norwegergeschirre. (…)

 

Den vollständigen Beitrag können Sie in der Ausgabe 6/19 lesen.

geschrieben von:
Eva Holdegger Walser

Eva Holdegger Walser

Eva Holderegger Walser züchtet Australian Cattle Dogs und ist Autorin des ersten deutschensprachigen ACD-Rassebuchs. Sie ist ehemalige Leiterin der Certodog-Ressorts Kurswesen und Zucht, sowie Referentin für die Lehrgänge «Zuchtwart» und «FBA». Ihre Workshops «Körperanalyse – Fit für Zucht und Sport?» (in Zusammenarbeit mit Doris Walder) sind akkreditiert für SKG- Züchter und SKG-Trainer. Kyn. Werdegang: SKN-A, FBA. Hundesport: Agility, Obedience, Sanitätshund. www.cattledog.ch

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