Der tut nix – oder doch? – Erziehungsratgeber

Von unseren Hunden wird vieles verlangt, was nicht in ihrer Verhaltensnorm enthalten ist. Teilweise steuern die Forderungen sogar gegen die genetischen Anlagen. Um die passenden Erziehungsmassnahmen zu finden, möchte ich Sie anregen, sich in Ihren Hund zu versetzen. Prüfen Sie, welche Vorteile ihm durch sein Verhalten entstehen und was es ihm bringen könnte, stattdessen Ihre Ideen umzusetzen. In dieser Serie erhalten Sie Anregungen, wie Sie das Verhalten Ihres Vierbeiners zu Ihren Gunsten beeinflussen können.

 

Im letzten Erziehungsratgeber haben Sie von den «echten Tutnixlern» gelesen, die tatsächlich nichts Böses im Sinn haben. Sie schicken die Botschaft ihrer freundlichen Absicht durch eindeutige Körpersignale voraus, auch wenn das alleine nicht unbedingt eine freundliche Antwort des belästigten Artgenossen sichern kann. Fehlen diese eindeutigen Körpersignale, ist eine frontale und schnelle Annäherung als unfreundlich zu werten. Trotzdem muss daraufhin nicht gleich eine Rauferei entstehen − im Gegenteil.

 

Hunde scheuen in der Regel körperliche Auseinandersetzungen mit Artgenossen, zumindest wenn sie nicht aufgrund jugendlicher Allüren oder einschlägiger Lernerfahrungen zu heissblütig sind. Doch versuchen sie mit ihrem Verhalten Einfluss auf andere Vierbeiner zu nehmen, indem sie den Individualraum zwischen sich und ihren wichtigen Sozialpartnern oder anderen Ressourcen erhalten oder vergrössern.

 

Dieses Verhalten reift im Laufe der Individualentwicklung heran und entwickelt sich je nach Rasseveranlagung zwischen dem sechsten Lebensmonat und den ersten zwei Jahren. Auch das Jagdverhalten reift in dieser Zeit heran und wird vermehrt gegenüber passenden Objekten, Sozialpartnern und auch fremden Artgenossen ausprobiert. Scheint das Verhalten zielführend zu sein, wird es aufrechterhalten und weiter perfektioniert.

 

Wenn Hunde pokern
Vor allem Hunde, die im Kontakt mit fremden Artgenossen eher unsicher sind, schaffen es, sich mit einer Kombination aus Jagd- und Sozialverhalten einen Vorteil zu verschaffen. Das Gegenüber wird hierdurch verunsichert, was die Chancen erhöht, die eigenen Wünsche durchzusetzen. (…)

Den vollständigen Beitrag können Sie in der Ausgabe 9/17 lesen.

geschrieben von:
Katrin Schuster

Katrin Schuster

Katrin Schuster ist eine erfahrene Tierverhaltenstherapeutin. Seit ihrem 13. Lebensjahr engagiert sich die heute 34-Jährige aktiv für einen «realistischen» Tierschutz. Ihre Methoden beruhen auf ganzheitlichen Ansätzen. Neben der gesundheitlichen Abklärung bei Verhaltensauffälligkeiten liegen ihr die tiergerechte Haltung sowie der respektvolle und faire Umgang zwischen Tier und Mensch am Herzen. Katrin Schuster arbeitet mit Tierpsychologen, Fachtierärzten und Tierheilpraktikern eng zusammen.

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