Das «schnelle» Hilfsmittel gegen unerwünschtes Verhalten – Wunschtraum oder Wirklichkeit?

Wenn es um Hilfsmittel geht, so ist guter Rat teuer. Im Erziehungsbereich werden für schnelle Lösungen oft Dinge angepriesen, deren Anwendung nicht unbedenklich ist. Wir haben für Sie eine Auslegeordnung der gängigsten vermeintlichen Wundermittel gemacht.

Hilfsmittel sind dazu da, einem die Arbeit zu erleichtern, so die Definition. Erziehungshilfsmittel erleichtern demnach die Erziehung. Doch aufgepasst: Wer sich solcher «Geräte» bedient, muss wissen, wie sie funktionieren, wie sie angewandt werden und welche Gefahren sie bergen – und dass damit nur Symptome bekämpft werden. Oft scheinen sie rasch zu wirken, doch der schnelle Erfolg hat seinen Preis. Die mittel- und langfristigen Folgen, neu entstehende Probleme oder deren Verlagerung werden verschwiegen.

Hilfsmittel nützen zwar dem Menschen, selten aber dem Tier. Dieses erlebt bei der Anwendung oft allein schon bei der Montage oder beim Tragen die damit verbundenen schlechten Gefühle. Selbst wenn alles positiv verknüpft wird, müssen wir uns bewusst sein, dass der Hund beim Einwirken Angst, Einschüchterung oder Schmerz verspürt. Ausserdem verliert er das Vertrauen zu uns und wird verunsichert, weil alles durch uns oder in unserer Gegenwart geschieht.

Die Hilfsmittel rund um den Hund lassen sich wie folgt einteilen: Alltagsinstrumente (Leine, Halsband), Grundbedürfnisse (Futternapf), Beschäftigung (Ball, Kong), Stressreduktion und Erleichterung (Thundershirt, Einstiegshilfe), Sicherheit (Maulkorb, Halti) und Erziehung (Horgan Harness, Master Control) und Starkzwangmittel (Stachelhalsband, Elektroschock).

Instrumente für den Alltag

Hilfsmittel, die täglich im Gebrauch sind, sollten sorgfältig ausgewählt sein und nicht nach Modekriterien. Sie sind individuell dem Gewicht des Hundes, dessen Proportionen, Charakter oder Verhaltensweisen anzupassen und sollen für den Halter angenehm sein. Leider gibt es im Fachhandel viele ungeeignete Produkte wie zu kurze, dünne Leinen oder Halsbänder, die weniger als zwei Zentimeter breit sind und aus gesundheitlichen Gründen abzulehnen sind.

Leine: Damit der Hund beim Spazieren schnüffeln, erkunden und das Leinenlaufen lernen kann, ist eine Leine von drei Metern ideal. Diese wird nicht am Boden nachgeschleppt, sondern möglichst locker zwischen Daumen und Zeigefinger geführt. Sie kann je nach Situation verkürzt werden − eine kurze Leine lässt sich hingegen nicht verlängern. Bei lebhaften oder schwereren Hunden ist eine griffige, breitere gummierte Leine ohne Beschläge besser als eine glatte Nylonleine.

Roll- oder Flexileine (auch Wickelleine): Sie ist für den Gassigang ein bequemes Instrument, hat aber den Nachteil, dass man den Hund über die Leine nicht spüren und nur stoppen, aber kaum bremsen kann. Ebenso können sich Hunde durch den Dauerzug das Ziehen an der Leine angewöhnen. Immer wieder hört man auch von Unfällen, wenn bei Begegnungen Hund oder Halter «gefesselt» werden oder das Handgerät zu Boden fällt und der Hund vor Schreck davonrennt. Hunde, die am Velo oder am Pferd mitgeführt werden, dürfen nie an einer Rollleine angebunden sein – Unfallgefahr! Wichtig: Für lebhafte Hunde oder solche, die auch mal in die Leine springen, ist die Flexileine nur in Kombination mit Brustgeschirr ein Muss. (…)

Den vollständigen Artikel finden Sie im SHM 6/17.

geschrieben von:
Roman Huber

Roman Huber

Roman Huber ist Journalist mit Teilzeitpensum. Er setzt sich daneben mit Hundethemen auseinander und schreibt darüber. Roman Huber ist Halter eines Australian Shepherd, int. Hundetrainer (IDBTS), SKN-Ausbildner und arbeitet in der Freizeit bei «dogrelax», der Hundeschule seiner Ehefrau Jacqueline, mit Menschen und deren Hunden.

Ein Kommentar zu “Das «schnelle» Hilfsmittel gegen unerwünschtes Verhalten – Wunschtraum oder Wirklichkeit?

  1. Kalt rita

    Dank dogelax ist sämi ein gut erzogener kerl geworden. Was man bei dogrelax lernt,sollte man aber auc zu hause üben mit hundli

    Antworten

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