Brauchen Hunde Hunde?

Die Frage der Bedeutung, Wertigkeit oder gegebenenfalls auch Schädlichkeit von freien Sozialkontakten zwischen Haushunden wird immer wieder kontrovers diskutiert. Zuletzt hat Roman Huber (2018) in dieser Zeitschrift eine ziemlich heftige Lanze gegen Sozialkontakte von Hunden untereinander gebrochen, mit der auch sonst oft zu hörenden Aussage, der Mensch sei schliesslich der wichtigste Sozialpartner des Hundes.

 

Vor dem Hintergrund dieser Aussage und einschlägigen wissenschaftlichen Untersuchungen haben wir versucht, die Dinge etwas genauer zu beleuchten. Dieser Artikel entstand aus der Zusammenarbeit mehrerer Mitglieder der Arbeitsgruppe «Mammalia» der Universitäten Jena und Greifswald, deren Mitglieder zum Teil auch als Hundetrainer die primärpraktische Seite mit im Blick haben.

 

Freiwillig, nicht «Freiwild»  

Unbestreitbar ist, dass Hundekontakte freiwillig und vor allem in geregelten sowie für alle Beteiligten akzeptablen und akzeptierten Formen ablaufen müssen. Zwangsbespassungen, Pseudojagden oder auch echtes, also sozial motiviertes Mobbing und Bullying (bei dem nur ein Täter ein oder mehrere Opfer schikaniert) haben weder auf Hundeplätzen noch auf Hundewiesen etwas zu suchen. Zu erkennen, wann es einem Hund zu viel wird und diesen dann kompetent aus der Situation herauszubegleiten sollte zum Handwerkszeug eines Hundehalters gehören. Unbestreitbar ist aber auch, dass die Sozialkompetenz von Hunden eben nicht vom Himmel fällt, auch wenn einige Hunde sicherlich mehr Sozialkompetenz bereits «in die Wiege» gelegt bekommen haben als andere. Auf die «Feinjustieruung» der Sozialkompetenz werden wir im Folgenden eingehen.

 

Unbestreitbar ist, dass Spielen eine freiwillige Aktivität von allen Seiten ist, und es eben kein Spiel mehr ist, wenn einem von beiden der Spass dabei abhandenkommt oder nie vorhanden war. Auch hier gibt es eindeutige verhaltensbiologische Anzeiger im Bereich des Signalverhaltens, der Körperhaltungen, der Bewegungsabläufe und anderer Kriterien. Ebenso sollte es selbstverständlich sein, dass ein Hund nicht einfach auf einen anderen zustürzt, schon gar nicht, wenn der andere sich an der Leine befindet. Kein Hund – sei er krank, alt, läufig oder einfach nicht gewillt, mit fremden Artgenossen Freundschaft zu schliessen, sollte in Hundebegegnungen von seinem Besitzer im Stich gelassen werden. (…)

 

Den vollständigen Beitrag können Sie in der Ausgabe 3/19 lesen.

geschrieben von:
Udo Ganslosser

Udo Ganslosser

Udo Ganslosser (*1956) ist Privatdozent für Zoologie an der Universität Greifswald. Am Zoologischen Institut Erlangen erhielt er 1991 die Lehrbefugnis. Udo Ganslosser ist unter anderem Lehrbeauftragter am Phylogenetischen Museum und Institut für Spezielle Zoologie der Universität Jena. Seit mehreren Jahren betreut er zunehmend mehr Forschungsprojekte über Hunde, seien es Haushunde oder Wildhundeartige. Dabei geht es vor allem um Fragen von Sozialbeziehungen und sozialen Mechanismen.

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